Mein Weg als Vegetarier

Vor mehr als sechs Monaten beschloss ich von heute auf morgen kein Fleisch mehr zu essen. Der Auslöser war ganz unerwartet eine Dokumentation auf Netflix, die ich ganz zufällig entdeckte. Im amerikanischen Dokumentationsfilm „Forks over Knives“ werden anhand Selbstexperimenten veranschaulicht, wie sich das körperliche Wohlbefinden durch eine pflanzliche Ernährung stetig steigt und gesundheitliche Beschwerden rückgängig werden. Bei den Teilnehmern war eine signifikante Verbesserung der Cholesterinwerte zu vermerken. Ebenso konnte eine Stabilisierung des Blutdrucks und ein Rückgang der Diabeteserkrankung verzeichnet werden. Einigen der Teilnehmern waren vor dem Experiment ihre hohe Cholesterinwerte nicht bewusst und waren sehr positiv überrascht, dass sich der Wert nach acht bis zwölf Wochen fast um die Hälfte gesunken war.

Bereits beim Zuschauen beschloss ich ab morgen kein Fleisch mehr zu sehen. Seitdem sind sechs Monate vergangen und ich habe daraus eine sehr positive Bilanz gezogen. Zwei Wochen nach dem Entschluss habe ich schließlich alle Meerestiere von meinem Speiseplan gestrichen. Anfangs war ich gespannt, wie lange ich das durchhalten werde. Vor meinem Weg als Vegetarier habe ich tatsächlich zwei bis vier Mal die Woche Fleisch und Fisch gegessen. Ehrlich gesagt bin ich selbst überrascht, wie einfach es ist als Vegetarier zu leben. Einige aus meinem Umfeld war sich sicher, dass es nur eine Phase ist, die wenige Wochen bis höchstens zwei Monaten anhalten wird. Andere waren sogar geschockt, dass ich nun einen Weg als Vegetarier einschlage. Natürlich musste ich mir auch Vorwürfe anhören, dass ich als Vegetarier etwas falsch mache und es meinem Körper nicht gut tun würde. Dieser Kritik schenke ich keine Beachtung. Ich bin sehr glücklich mich vegetarisch zu ernähren.

 Die fünf häufigsten Zitate, die ich in den letzten Monaten anhören musste waren:

1. „Kannst du nicht eine Ausnahme machen?“

 Kann ich schon machen, wenn ich möchte. Doch warum sollte ich? Ich möchte keine Tiere mehr essen. Allerdings bringe ich es einfach nicht übers Herz Fleisch oder Fisch zu kauen.

2. „Aber Fisch isst du schon, oder?“

Nein, Fische und andere Meerestiere habe ich ebenfalls von meinem Speiseplan gestrichen. Das Wort Vegetarismus steht für eine Ernährung mit Verzicht auf Fleisch und Fisch. Personen, die auf Fleisch aber nicht auf Fisch verzichten nennen sich Pescetarier

3. „Du musst doch was essen, damit du nicht zusammenbrichst.“

Wer jetzt denkt, dieser Satz könnte von meiner Oma stammen, hat nicht ganz unrecht. Tatsächlich pflegt meine Mutter mich in regelmäßigen Abschnitten zu ermahnen, dass ihrer Meinung nach eine vegetarische Ernährung nicht gesund sei. Aber mit der Zeit wird meine Ernährung in familiären Umfeld toleriert und nicht weiter kommentiert.

4. „Vegetarier leben nur ganz kurz. Danach sterben sie, weil ihnen das Vitamin B12 fehlt.“

 Ja, ihr lest richtig. Für diese Denkweise fehlen mir die Worte.

5. „Du muss Fleisch essen, damit dein Gehirn richtig arbeiten kann.“

Hmm, ja, diesen Satz habe ich tatsächlich gehört, der an mich gerichtet war. Ich frage mich was manche Nicht-Vegetarier über Vegetarier denken. Halten sie Vegetarier für Personen mit verminderter Intelligenz oder sogar fehlender Gehirnleistung? Ich bin etwas schockiert.

Doch mein Weg als Vegetarier hat viele positive Seiten: Wenn ich mit meinen Freunden Essen gehe, suchen sie in der Speisekarte als Erstes vegetarische Gerichte aus und zeigen sie mir, wo die Speisen in der Karte zu finden sind. Ich finde es toll. Einige meiner Freunden entscheiden sich ebenfalls für vegetarische Mahlzeiten, weil sich die Beschreibung unwiderstehlich lecker anhört und genauso lecker schmeckt.

Mein körperliches Wohlbefinden hat sich seit dem Verzicht deutlich verbessert. Ich fühle mich fitter. Meine Haut hat sich deutlich gebessert. Früher hatte ich extrem rissige Hände und musste sie über Nacht, mit sehr fettigen Cremen eingecremt, mit Baumwollhandschuhen überziehen. Inzwischen haben meine Hände die fettige Cremen gar nicht mehr nötig. Auch meine Heißhungerattacken auf kohlenhydratreiche Kost haben abgenommen. Besonders toll finde ich: Ich brauche keinen Mittagsschlaf mehr. Ihr müsst wissen, dass mein Mittagsschlaf regelrecht ausgeartet ist. Statt geplant 20 bis 30 Minuten zu schlafen, konnte dich, trotz Wecker einstellen, bis zu zwei bis drei Stunden am Stück schlafen. Nachts lag ich anschließend ewig im Bett und konnte nicht einschlafen, weil ich gar nicht müde war.

„Wenn es laufen, hüpfen, schwimmen, krabbeln oder gleiten konnte, Augen und eine Mama und einen Papa hatte, dann iss es nicht“

Dr. Terry Mason

Zum heutigen irischen St. Patrick’s Day zeige ich euch ein paar Schäfchen auf irischen Straßen, die ich unwiderstehlich süß finde und sie niemals essen würde.

Habt ihr Erfahrungen als Vegetarier gemacht? Oder vielleicht verzichtet ihr jetzt in der Fastenzeit auf Fleisch oder Fisch. Wie sind eure Erfahrungen?

One thought on “Mein Weg als Vegetarier

  1. Liebe Natalie!

    Mir gefällt dein Blog richtig gut – ich liebe es, wenn jemand mal nicht „nur“ Bilder postet, sondern vor allem tiefgründigere
    bzw. wirklich durchdachte Texte schreibt! Das ist so viel erfüllender und gibt mir immer so viel mehr als „nur“
    Oberflächlichkeiten! Warum gibt es nicht mehr solcher Blogs!?
    Mach bitte so weiter! <3 Du hast mich wirklich zum Nachdenken gebracht! Ich glaube, dass deine Worte mich jetzt einige Zeit
    lang be
    schäftigen werden…

    Alles Liebe, Deine Eva

    https://schreibzeit.wixsite.com/schreibzeit

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