Tipps für einen Junggesellenabschied

Als Hochzeitsbrauch gewinnt der Junggesellenabschied in Deutschland immer mehr an Bedeutung und verdrängt langsam den traditionellen Polterabend. Ich habe bisher an unterschiedlichen Junggesellenabschieden teilgenommen und ebenso viele positive und teilweise schlechte Erfahrungen gemacht. Heute gebe ich euch einige Tipps zu einem gut organisierten JGA. Organisation ist das A und O für eine Feier, die lange im Gedächnis bleibt.

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Mit der Planung rechtzeitig anfangen!

Fangt am besten so früh wie möglich an zu planen. Die Planung übernimmt  oft die Trauzeugin mit Unterstützung von Geschwistern und Freundinnen der künftigen Braut. Ich finde WhatsApp-Gruppen für JGA-Planung sehr praktisch und schwöre darauf, weil man bestimmte Punkte sofort ausdiskutieren kann als in Facebook-Gruppen oder Facebook Gruppennachrichten. Ja, diese Art von Kommunikation habe ich bereits erlebt und fand dies ganz und gar nicht ideal, da man ewig auf Rückmeldungen warten muss. Manche Menschen haben sich keinen Facebook Messenger auf ihr Smartphone installiert. Ich gehöre auch dazu. 

Wenn ihr noch nicht die Handynummer der Teilnehmer kennt, fragt bei dem Brautpaar einfach nach der Gästeliste oder fragt einfach beim dem Paar direkt, wen diese bei ihren JGA dabei haben möchten. So bleiben euch garantiert viele Überlegungen erspart und ihr könnt sofort mit der Planung beginnen.

Einigt euch auf ein Datum!

Ganz gut eignet sich hierfür zum Beispiel eine Doodle-Umfrage. Diese haben schon recht oft verzweifelte Situationen gelöst. Die Umfrage funktioniert sehr einfach und dabei kann schnell ein gemeinsames Datum ausfindig und vereinbar werden. Ideal habt ihr mindestens zwei Termin gefunden. So könnt  so dass ihr einen von den Terminen auswählt hab, falls ihr eine bestimmte Veranstaltung besuchen möchtet oder der Termin der Fotografen nicht leicht vereinbar ist. Somit komme ich zum nächsten Punkt:

Überlegt euch ein Motto!

Da muss ich ehrlich zugeben: Ich bin ein großer Fan von Mottopartys. Das erleichtert ganz einfach den Dresscode. Aber das heißt nicht, dass ich auf kitschige Accessories setzen würde. Verzichtet bitte auf Accessories wie zum Beispiel pinke Krawatten mit der Aufschrift „Ladies Night“ oder Plastikkronen mit „Bride to be“. Ihr werdet diese kitschige Schmuckstücke nie wieder tragen und diese würden nur noch auf dem Dachboden ihr Dasein verbringen. Investiert euer Geld lieber in wiederverwendbaren Accessories, wie zum Beispiel Blumenbrosche, Blumen-Haarband oder Perlenkette. Übrigens: Ein T-Shirt, dass ihr für den JGA drucken lässt, könnt ihr später auch als chilliges Homewear oder Nachthemd nutzen.  Wählt aber bitte auch keinen Bauchladen, wo ihr klebrige Süßigkeiten für das fünffache verkauft und damit „Geld für die Hochzeit sammeln“ wollt. Das ist völliger Quatsch, weil das Geld später in irgendeiner Bar für die Cocktails ausgegeben wird. Lieber verbringt ihr zusammen Zeit miteinander, als ihr euch die Mühe macht die Lollipops an wildfremden Leuten für drei Euro zu verkaufen. Damit verschwendet ihr nur eure wertvolle Zeit für sinnlose Dinge.

Spannende Mottos sind zum Beispiel:

Burlesque-Party der 20er Jahre

Ist die künftige Braut ein Fan der 20er Jahre oder vielleicht einer anderen Zeitraum? Warum also nicht das Motto auf diese Modezeit legen? In Großstädten gibt es viele Angebote mit Tanzkursen zur damaligen Zeit. Häufig sind diese Tanzkurse heiß begehrt und schnell ausgebucht. Daher solltet ihr rechtzeitig mit der Planung beginnen und euch auf ein gemeinsames Datum vereinbaren. Für einem Burlesque-Tanzkurs könnt ihr als Dresscode auf Paillettenkleidchen, Federboa, Handschuhe, 20er-Jahre-Stirnband und weiße lange Perlenketten einigen. Für die künftige Braut solltet ihr auch ein Kleidchen in ihrer Konfektionsgröße kaufen. Vielleicht habt ihr sogar einige Paillettenkleider im Schrank hängen, so dass sich die künftige Braut in Kleidchen ausleihen und tragen kann.

Fotoshooting im Schloss

Fast jedes Mädchen träumte davon eine Prinzessin in einem Schloss zu sein. Diesen Wunsch könnt ihr der künftigen Braut bei einem JGA erfüllen. In Bayern gibt es mindestens 60 Schlösser und Burgen. Viele davon eröffnen gegen geringe Gebühr  einige Stunden für ein Fotoshooting. Schmeißt euch in eure schönste Kleider und bucht einen guten Fotografen, der euch für einige Stunden in Hof oder sogar im Gebäude fotografiert. Allerdings herrscht in vielen Schlössen „Blitz-Verbot“, so dass der Fotograf am besten in hellen und gut durchleuchteten Räumen fotografieren sollte. Achtung: Sucht euch wirklich einen guten Fotografen bzw. Fotografin und nicht jemanden, der sich zwar als Fotograf ausgibt, aber wenig Erfahrung mitbringt. Idealerweise hat der Fotograf eine Webseite mit Fotos, um sich von seiner bzw. ihrer Arbeit zu überzeugen Am Ende habt ihr dann zwar viel Geld für einen Fotografen ausgegeben, aber die Enttäuschung für schlechte Fotos ist größer.

Wellnesstag in einer Therme

Falls sich die künftige Braut am besten den ganzen Wirbel um einen Junggesellenabschied entziehen möchte und sich am liebsten einfach nur ein paar ruhige Stunden mit ihren Freundinnen wünscht, eignet sich ein Wellnesstag in einer Therme ganz gut. Vorteil dabei ist, dass man nach einem Wellnesstag richtig gut erholt ist. Anderseits könnt ihr an einem Tag in der Therme schlecht Fotos erstellen, ohne dass die Kamera dabei nass wird. Falls ihr eine wasserfeste Kamera einpackt, seid ihr auf den meisten Fotos entweder knallrot im Gesicht wegen der Hitze, halbnackt im Bikini oder eure Haare kleben euch überall im Gesicht.

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Legt euch ein Budget fest!

Um spätere böse Überraschungen zu ersparen, einigt euch bitte zuvor, welchen Betrag ihr maximal für die Braut und als Eigenanteil ausgeben würdet. Zum Budget gehören Eintrittspreise, Fahrtkosten mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Abendessen, Getränke, Accessories, Dekoration, Veranstaltungskosten und Fotografen. Mein Vorschlag: Einigt euch auf einen Betrag und „wirft“ den Betrag in einen „Topf“, aus dessen alle Kosten gedeckt werden sollten. Wenn bei einem Junggesellenabschied beispielsweise acht Freundinnen jede zum Beispiel 100 Euro zusammenlegt, dann kann man mit 800 Euro ein Abendessen mit Getränken für alle, Eintrittspreise bzw. Veranstaltungskosten, Zubehör und sogar einen guten Fotografen bezahlen.

Kommt aber bitte nicht auf die dumme Idee, wenige Tage vor dem geplanten JGA eure Teilnahme abzusagen. Das wirft einfach kein gutes Licht auf euch. Die Organisatorin hat damit nur noch mit Mehrarbeit zu tun, da sie die Teilnehmerzahl umbuchen muss und es kommen auf andere Teilnehmerinnen Mehrkosten hinzu. Ebenso solltet ihr nicht kurz vor dem oder sogar nach dem JGA merken, dass ich doch lieber „einen geringeren Betrag“ ausgeben wollt. Tut das nicht! Damit werdet ihr nur Unruhe stiften und für Unzufriedenheit sorgen. Die übrig gebliebene Kosten müssen dann die restlichen Teilnehmerinnen übernehmen. Im schlimmsten Fall löst euer Verhalten einen Domino-Effekt aus und plötzlich wollen auch andere Teilnehmerinnen weniger als geplant zahlen. Ehrlich – das kann für viel Arger und Sprachlosigkeit sorgen.

Legt euch eine Finanzliste an!

Am besten kümmert sich eine zweite Teilnehmerin um die Finanzen und listet alle Kosten auf, die als Vorbereitung für den JGA dazukommen. So habt ihr eine perfekte Übersicht für alle anfallende Kosten und könnt auch immer einen Blick darauf werfen, welche Dinge, z. B. Accessories oder Frühstücksmarmelade, angeschafft werden müssen. Zudem muss diese Finanzliste transparent sein, so dass jede Teilnehmerin über die anfallende Kosten in Kenntnis gesetzt wird. Warum es besser ist, wenn eine zweite Teilnehmerin für die Finanzübersicht übernehmen sollte? Ganz einfach: Dadurch hat die Organisatorin freie Hand für die Planung.

Seid offen für Vorschläge!

Das heißt, dass nicht nur die Trauzeugin alles organisieren muss. Alle Teilnehmerinnen sollten am besten ihre Vorschläge nennen und darüber in der Gruppe ausdiskutieren, welche Idee der künftigen Braut am besten gefallen könnte. Ich hatte bereits erlebt, dass die Vorschläge bei der Organisatorin einfach abgeprallt sind und somit nicht weiter beachtet worden sind. Das macht es noch schlimmer. Am Ende hatte ich einfach das Gefühl, dass ich bei der Organisation kein Wort mitzureden hatte.

Überlegt euch lustige Spiele!

Wenn ihr zum Veranstaltungsort eine längere Zug- oder Autofahrt vor euch hab, lasst euch lustige Spiele einfallen lassen. Da könnt ihr ein Quiz vorbereiten, bei dem jede Teilnehmerin vier lustige und nicht all zu schwierige Fragen über sich selbst überlegt und mit der fünften Frage das „Allgemeinwissen über den Bräutigam“ getestet wird. Die künftige Braut muss versuchen so viele Fragen wie möglich richtig zu beantworten, zu der es bei jeder richtigen Antwort einen Punkt gibt. Beim Erreichen einer Mindestpunktzahl kann die Braut ein Detail der Planung erfahren oder erhält ein Geschenk, z. B. ein zum JGA passender Accessories. Als persönliche Fragen können gestellt werden: Wie der zweite Vorname einer Teilnehmerin lautet, Wie das Haustier heißt oder in welchem Land diese ihren letzen Urlaub verbracht hat. Fragen über den Bräutigam könnte lauten, wo er geboren wurde oder wo seine allererste Arbeitsstelle war oder Insiderwissen, das die Braut ausführlich erklären muss, wie zum Beispiel wo das zweite Date statt fand. Mit diesen Fragen könnt ihr selbst herausfinden, wie gut die künftige Braut euch kennt. Der Spaßfaktor ist hier garantiert hoch und die Reisezeit vergeht dadurch wie im Flug.

Bis zum JGA bleibt die Überraschung ein Geheimnis!

Kommt bitte nicht auf die Idee den JGA „beiläufig“ in Anwesenheit der künftigen Braut zu erwähnen. Das kann nur noch nach hinten losgehen und bei anderen JGA-Teilnehmerinnen für Unverständnis sorgen. Ein Junggesellenabschied sollte als eine Überraschung für die künftige Braut vorbereitet sein. Falls ihr nicht wisst, ob die Dame an dem gewählten Datum Zeit hat oder sogar vielleicht verreisen möchte, vereinbart mit der künftigen Braut ein „Schein-Treffen“ wie zum Beispiel zum Shoppen oder eine Veranstaltung in der Region besuchen. Eine gute Idee ist, den künftigen Bräutigam in die Planung einzubeziehen. Da er wahrscheinlich die nächste Person ist, die über alle Termine der künftigen Braut Bescheid weiß und seine Rolle als „Nichts-Wissender“ sicher perfekt meistern wird.

Als Überraschung könnt ihr bei der künftigen Braut morgens früh mit einem mitgebrachten Frühstück klingeln. Ganz gut wäre es, wenn ihr ein breites Zeitpuffer einplant. Vielleicht möchte die Dame schnell noch duschen und danach ihre Haar föhnen. Ja, da kann es schon ein oder zwei Stunden dauern, bis sie soweit ist.

Bringt gute Laune mit!

Ein ganz wichtiger Tipp! An diesem Tag steht die künftige Braut im Mittelpunkt und am besten seid ihr gut gelaunt und in prima Stimmung. Bei einer guter Planung kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Im Anschluss und als Abschluss genießt ihr in einem guten Restaurant euer Abendessen, das ihr aus dem oben genannten „Topf“ bezahlt. Wichtig: Reserviert vorher den Tisch in einem Restaurant.

Ich hoffe, dass die einen oder anderen Tipps hilfsreich sind und nun wünsche ich euch viel Erfolg bei der Planung eines Junggesellenabschieds.

Eure Natalie

 

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